Von der Lunar Society bis zum Science College
Bildergalerie
Werner Decker
In Jülich macht die Forschung einfach Spaß
Werner Decker
Schüler entdecken ihren eigenen Weg in die Wissenschaft
Werner Decker
Lernen durch lehren
Werner Decker
Sicherheit statt schick
Werner Decker
Teamarbeit spielt eine wichtige Rolle in der Forschung
Kooperation von Schule und Forschungseinrichtungen in MINT-Fächern, Jülich
Die Liste der Projekte aus mehreren Jahren NaT-Working am privaten Gymnasium Haus Overbach in Jülich ist so umfangreich wie beeindruckend: Wissenschaftstage und -wochen, Lehrerfortbildungen, Begabtenförderung, fächerübergreifender Unterricht zu einem Oberthema, internationale Ferienakademien, Begegnungsabende mit Wissenschaftlern an der Schule, öffentliche Foren zur aktuellen Forschung oder die unzähligen Einzelvorhaben im sogenannten Open Lab, zu dem Schüler an drei Nachmittagen in der Woche kommen können, um mit Betreuung eines Lehrers und doch ganz selbständig an wissenschaftlichen Experimenten zu arbeiten und Forschungslabore kennenzulernen. „Dies ist ein Generator für vieles andere geworden“, sagt Schulleiter Heinz Lingen. Hier wurden zum Beispiel einige der herausragenden und prämierten Jugend forscht-Projekte seiner Schüler geboren. Aber auch die „Lunar Society“, Diskussionsabende mit Wissenschaftler am Freitagabend in der Schule, hat ihn besonders berührt: „Man muss das erleben, die enorme Begeisterung und Diskussionsfreude der Jugendlichen.“
Heinz Lingen erinnert sich an die Anfänge all dieser Aktivitäten des Gymnasiums Haus Overbach Ende der neunziger Jahre. „MINT-Profile“ gaben sich damals einige Schulen, die eine nachlassende Attraktivität der Natur- und Ingenieurwissenschaften an den Schulen und den Universitäten konstatierten. „Wir hatten das Glück, mit Persönlichkeiten aus der Region einen MINT-Förderverein und einen MINT-Beirat gründen zu können, in dem Unternehmer und Wissenschaftler uns mit großem Engagement unterstützen“, sagt der Schulleiter. Dazu die Nähe zur RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen Jülich und enge Verbindungen zum Forschungszentrum Jülich, dessen damaliger Vorstandsvorsitzender Professor Joachim Treusch die Leidenschaft teilte und Notwendigkeit sah, junge Leute für die Wissenschaften zu motivieren und zu qualifizieren. Sein Nachfolger Professor Achim Bachem engagiert sich in gleichem Maße für die Nachwuchsförderung. „Und unsere Ideen waren kompatibel mit den Vorstellungen der Robert Bosch Stiftung für das neue Programm NaT-Working“, fügt Heinz Lingen hinzu. Besonders die „personale Dimension, die menschliche Begegnung, die eine Saat aufgehen lässt“, habe er von Anfang an als Chance dieses Förderprogramms für seine Schule wahrgenommen.
Denn die Einstellung entspricht den geistigen Grundlagen, die das Gymnasium Haus Overbach, zu dem auch ein Internat gehört, auszeichnen: Die Bereitschaft, sich einzubringen und etwas tun zu wollen, „das soziale Bewusstsein“ nennt es Heinz Lingen, gehören zum Selbstverständnis der Schüler und Lehrer am Gymnasium Haus Overbach, das von einem salesianischen Orden getragen wird. 1918 gründete die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales in Jülich-Barmen ein Kloster und eine Schule. Die Ordensgemeinschaft stellte sich in den folgenden Jahrzehnten den sich ändernden Anforderungen an Gesellschaft und Bildung. Der selbstbewusste Umgang mit den Naturwissenschaften war der Schule nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Die Leitung und der Träger des ursprünglich altsprachlichen Gymnasiums mit neusprachlichem Zug haben jedoch die Zeichen der Zeit erkannt und dabei diese „personale Dimension“, die Heinz Lingen so hoch einschätzt, in den Mittelpunkt gestellt. „Die Arbeit macht große Freude, wir haben ein sehr engagiertes Kollegium und aus all dem schöpft man Kraft“, erklärt er. Außerdem sei ihm wichtig, dass geisteswissenschaftliche Fächer oder die Musik an seiner Schule im Sinne einer ganzheitlichen Bildung „gleichberechtigt“ sind und Schüler hier genauso besondere Förderung erfahren können. „Man muss alle Begabungen zur Entfaltung bringen“, meint der leidenschaftliche Lehrer.
Aus dieser „Kraft“ sowie der höchst erfolgreichen Netzwerkarbeit mit den Wissenschaftlern sowie Förderern und Sponsoren aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist in Jülich mittlerweile weit mehr entstanden als die reine Projektarbeit an der Schule: 2008 fiel der Startschuss für das „Science College Overbach, Jugend- und Bildungsinnovationszentrum“ auf dem Schulgelände, das die Jülicher inzwischen einen Campus nennen. Das Science College ist ein Ort der Begegnung für begabte Jugendliche aus Europa und darüber hinaus, die hier den intensiven Austausch mit Wissenschaftlern und Hochschulen der Region erleben und gestalten. Seminar-, Übungs-, Labor- und Kreativräume für die Fachbereiche Biologie, Physik und Chemie sowie Räume für Informationstechnologie und Astronomie sind vorhanden. Das Gästehaus mit Gemeinschaftsbereich und ein Forum mit etwa 190 Sitzplätzen für öffentliche Veranstaltungen runden das in dieser Form deutschlandweit einmalige Angebot ab. Heinz Lingen freut sich sehr darüber: „Wir haben hier die Chance, wirklich etwas zu bewegen.“ Auch wenn sein Gymnasium dank glänzender Voraussetzungen und enormem Einsatz aller besonderen Rückenwind für derartige Vorhaben genießt – Heinz Lingen ist davon überzeugt, dass grundsätzlich „jede Schule die Möglichkeit hat, regionale Ressourcen zu finden, zu aktivieren und für eine Sache zu begeistern.“
Die Liste der Projekte aus mehreren Jahren NaT-Working am privaten Gymnasium Haus Overbach in Jülich ist so umfangreich wie beeindruckend: Wissenschaftstage und -wochen, Lehrerfortbildungen, Begabtenförderung, fächerübergreifender Unterricht zu einem Oberthema, internationale Ferienakademien, Begegnungsabende mit Wissenschaftlern an der Schule, öffentliche Foren zur aktuellen Forschung oder die unzähligen Einzelvorhaben im sogenannten Open Lab, zu dem Schüler an drei Nachmittagen in der Woche kommen können, um mit Betreuung eines Lehrers und doch ganz selbständig an wissenschaftlichen Experimenten zu arbeiten und Forschungslabore kennenzulernen. „Dies ist ein Generator für vieles andere geworden“, sagt Schulleiter Heinz Lingen. Hier wurden zum Beispiel einige der herausragenden und prämierten Jugend forscht-Projekte seiner Schüler geboren. Aber auch die „Lunar Society“, Diskussionsabende mit Wissenschaftler am Freitagabend in der Schule, hat ihn besonders berührt: „Man muss das erleben, die enorme Begeisterung und Diskussionsfreude der Jugendlichen.“
Heinz Lingen erinnert sich an die Anfänge all dieser Aktivitäten des Gymnasiums Haus Overbach Ende der neunziger Jahre. „MINT-Profile“ gaben sich damals einige Schulen, die eine nachlassende Attraktivität der Natur- und Ingenieurwissenschaften an den Schulen und den Universitäten konstatierten. „Wir hatten das Glück, mit Persönlichkeiten aus der Region einen MINT-Förderverein und einen MINT-Beirat gründen zu können, in dem Unternehmer und Wissenschaftler uns mit großem Engagement unterstützen“, sagt der Schulleiter. Dazu die Nähe zur RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen Jülich und enge Verbindungen zum Forschungszentrum Jülich, dessen damaliger Vorstandsvorsitzender Professor Joachim Treusch die Leidenschaft teilte und Notwendigkeit sah, junge Leute für die Wissenschaften zu motivieren und zu qualifizieren. Sein Nachfolger Professor Achim Bachem engagiert sich in gleichem Maße für die Nachwuchsförderung. „Und unsere Ideen waren kompatibel mit den Vorstellungen der Robert Bosch Stiftung für das neue Programm NaT-Working“, fügt Heinz Lingen hinzu. Besonders die „personale Dimension, die menschliche Begegnung, die eine Saat aufgehen lässt“, habe er von Anfang an als Chance dieses Förderprogramms für seine Schule wahrgenommen.
Denn die Einstellung entspricht den geistigen Grundlagen, die das Gymnasium Haus Overbach, zu dem auch ein Internat gehört, auszeichnen: Die Bereitschaft, sich einzubringen und etwas tun zu wollen, „das soziale Bewusstsein“ nennt es Heinz Lingen, gehören zum Selbstverständnis der Schüler und Lehrer am Gymnasium Haus Overbach, das von einem salesianischen Orden getragen wird. 1918 gründete die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales in Jülich-Barmen ein Kloster und eine Schule. Die Ordensgemeinschaft stellte sich in den folgenden Jahrzehnten den sich ändernden Anforderungen an Gesellschaft und Bildung. Der selbstbewusste Umgang mit den Naturwissenschaften war der Schule nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Die Leitung und der Träger des ursprünglich altsprachlichen Gymnasiums mit neusprachlichem Zug haben jedoch die Zeichen der Zeit erkannt und dabei diese „personale Dimension“, die Heinz Lingen so hoch einschätzt, in den Mittelpunkt gestellt. „Die Arbeit macht große Freude, wir haben ein sehr engagiertes Kollegium und aus all dem schöpft man Kraft“, erklärt er. Außerdem sei ihm wichtig, dass geisteswissenschaftliche Fächer oder die Musik an seiner Schule im Sinne einer ganzheitlichen Bildung „gleichberechtigt“ sind und Schüler hier genauso besondere Förderung erfahren können. „Man muss alle Begabungen zur Entfaltung bringen“, meint der leidenschaftliche Lehrer.
Aus dieser „Kraft“ sowie der höchst erfolgreichen Netzwerkarbeit mit den Wissenschaftlern sowie Förderern und Sponsoren aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist in Jülich mittlerweile weit mehr entstanden als die reine Projektarbeit an der Schule: 2008 fiel der Startschuss für das „Science College Overbach, Jugend- und Bildungsinnovationszentrum“ auf dem Schulgelände, das die Jülicher inzwischen einen Campus nennen. Das Science College ist ein Ort der Begegnung für begabte Jugendliche aus Europa und darüber hinaus, die hier den intensiven Austausch mit Wissenschaftlern und Hochschulen der Region erleben und gestalten. Seminar-, Übungs-, Labor- und Kreativräume für die Fachbereiche Biologie, Physik und Chemie sowie Räume für Informationstechnologie und Astronomie sind vorhanden. Das Gästehaus mit Gemeinschaftsbereich und ein Forum mit etwa 190 Sitzplätzen für öffentliche Veranstaltungen runden das in dieser Form deutschlandweit einmalige Angebot ab. Heinz Lingen freut sich sehr darüber: „Wir haben hier die Chance, wirklich etwas zu bewegen.“ Auch wenn sein Gymnasium dank glänzender Voraussetzungen und enormem Einsatz aller besonderen Rückenwind für derartige Vorhaben genießt – Heinz Lingen ist davon überzeugt, dass grundsätzlich „jede Schule die Möglichkeit hat, regionale Ressourcen zu finden, zu aktivieren und für eine Sache zu begeistern.“